Heißhunger? Gelüste? So können Darmbakterien uns beeinflussen

Heißhunger? Gelüste? So können Darmbakterien uns beeinflussen

Haben Sie oft Heißhunger, obwohl Sie sich eigentlich gesund ernähren? Verspüren Sie manchmal aus dem Nichts starke Gelüste auf ganz bestimmte Nahrungsmittel? 

Das kann ganz schön ermüdend sein! Vor allem, wenn man sich gesund ernähren, oder vielleicht sogar abnehmen möchte, sind solche extremen Heißhungerattacken auf bestimmte Lebensmittel mehr als unpraktisch. Diesen Gelüsten nicht nachzugeben, kostet oft mehr Energie und Disziplin als wir aufwenden können. 

Wenn Sie sich nicht gerade in einer strengen Diät befinden oder unter Mangelerscheinungen leiden, treten solche Essensgelüste und Heißhunger scheinbar grundlos auf. Aber es gibt einen wenig bekannten Auslöser, der in unserem Bauch sitzt.

Haben Sie schon einmal von der Darm-Hirn-Achse gehört? 

Oder kennen Sie den Begriff Bauchhirn?

Die Begriffe Darm-Hirn-Achse und Bauchhirn beziehen sich auf die enge Verbindung zwischen dem menschlichen Gehirn und dem Darm. Aufgrund des Namens dürfte das wenig überraschend sein.

Unser Darm und unser Hirn sind über eine richtige Nervenautobahn – den Vagusnerv – eng miteinander verbunden. Über diese Datenautobahn schicken Darm und Gehirn Signale hin und her und das in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. 

Der Verdauungstrakt selber ist von etwa 100 Millionen Nervenzellen durchzogen – diese bilden das sogenannte “enterische Nervensystem“.

Sicher kennen Sie diese Situation: Ein stressiger Termin steht an, ein wichtiger Vortrag, ein Bewerbungsgespräch oder eine Konfliktsituation und schon rumort es unangenehm im Bauch. 

Das Gegenteil kennen Sie vielleicht auch: Wenn Sie unter regelmäßigen Darmbeschwerden oder gar einem Reizdarm leiden, haben Sie bestimmt schon festgestellt, dass Sie sich im Urlaub plötzlich besser fühlen. Die Symptome lassen nach, sobald Sie sich entspannt fühlen.

Das Gehirn und die Psyche haben also einen großen Einfluss auf den Darm und die Verdauung.

Was die meisten Menschen nicht wissen …

Der Darm beeinflusst die Psyche stärker als umgekehrt

Ob wir Appetit haben oder uns satt fühlen, kann der Darm steuern. Er kann aber auch auf ganz erstaunliche Bereiche unseres Lebens Einfluss nehmen. So kann er uns beim Lernen helfen, die Stimmung beeinflussen und starkes Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln oder Makronährstoffen wie Zucker oder Fett erzeugen. Es gibt inzwischen sogar Hinweise darauf, dass der Darm Suchtverhalten auslösen oder zumindest beeinflussen kann. 

Für eine ganze Reihe von psychischen Erkrankungen wird bereits diskutiert, ob der Darm in der Therapie mehr Beachtung finden sollte und wenn ja wie. Unter anderem bei verbreiteten Erkrankungen wie Depressionen, Demenz, Autismus und Aufmerksamkeitsdefizitstörungen. 
Der Darm hat also ziemlich sicher einen sehr großen Einfluss auf unsere Psyche.
Und das nicht nur über das oben erwähnte Nervennetzwerk. Denn neben der engen Verbindung über Nerven, gibt es noch einen zweiten Weg, auf dem der Darm mit unserem Kopf kommuniziert. Oder besser gesagt: 

Die Bewohner des Darms kommunizieren mit unserem Körper

In unserem Verdauungstrakt leben nämlich mehr Bakterien, als unser Körper Zellen hat. Genauer gesagt: Auf jede Zelle kommen 1,3 Bakterien. Diese haben insgesamt 150-mal mehr Gene als das menschliche Erbgut. 

Unvorstellbar, oder?

Dementsprechend möchten die winzigen Bewohner unseres Darms auch ein Wörtchen mitzusprechen haben.

Denn diese Bakterien arbeiten am laufenden Band. Sie zerlegen und verdauen Nahrungsbestandteile, die unser Körper nicht aufschließen kann. Dabei entstehen Nebenprodukte. Viele davon sind nützlich für uns, kurzkettige Fettsäuren etwa, die ein ganz wichtiger Energielieferant für unsere Darmzellen sind. Sie arbeiten also sowohl für sich, also auch für uns.

Außerdem produzieren die Bakterien Botenstoffe. Und diese Botenstoffe können eine ganze Menge in unserem Körper auslösen und steuern. Zum Beispiel sind sie beteiligt bei der Entwicklung und Reifung von Immunzellen oder der Regulierung von Stoffwechselprozessen.

Diese Vorgänge sind bereits länger bekannt. 

Jüngste Studien haben aber erstaunliches zutage gebracht: Bestimmte negative Veränderungen in Organen wie der Leber oder den Gelenken, die NICHT in direktem Kontakt mit dem Darmmikrobiom stehen, scheinen trotzdem mit Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung des Darms in Verbindung zu stehen.

Also nochmal etwas einfacher: Die Gesundheit unserer Gelenke etwa, kann durch das Mikrobiom im Darm beeinflusst werden, obwohl die Gelenke keinen direkten Kontakt zu den Darmbakterien haben.

Es mehren sich Hinweise, dass die Bakterien in unserem Darm also auch auf indirekte Weise mit unserem Körper Kontakt aufnehmen können.

Wie Darmbakterien “Botschaften” in den gesamten Körper senden

Wie soll das funktionieren? 

Wissenschaftler vermuten, dass Bakterien in der Lage sind, Botenstoffe sicher und handlich zu verpacken und dann über den Blutkreislauf in den Körper auf Reisen zu schicken. Diese vom Bakterium geschnürten Pakete nennt man auch extrazelluläre Vesikel. In den Vesikeln befinden sich Enzyme, Proteine, Polysaccharide, Peptidoglycane oder auch RNA-Moleküle. Hinter diesen komplizierten Namen verstecken sich im Prinzip Stoffe, die Reaktionen in unserem Körper auslösen können.

Mithilfe der Vesikel können die Botenstoffe der Darmbakterien über die Blutbahn an nahezu jeden Ort unseres Körpers gelangen. Am Zielorgan angelangt werden die Vesikel von Zellen unseres Körpers aufgenommen und “ausgepackt.”

Darmbakterien könnten damit einen Einfluss auf nahezu jedes unserer Organe haben!

Die spannenden Transportvorgänge über extrazelluläre Vesikel konnten Wissenschaftler*innen der Goethe-Universität in Frankfurt in einer im Oktober dieses Jahres veröffentlichten Studie sichtbar machen. Wenn Sie sich die Studie und die darin veröffentlichten Bilder ansehen möchten, finden Sie den Link unten in der E-Mail.

Halten Sie den Darm in Ehren, denn er kann mehr als wir denken

Mit diesem Wissen: Überrascht es Sie da, dass ein gesundes Mikrobiom im Darm einen so gewaltigen Unterschied in unserem Wohlbefinden macht? Wundert es Sie, dass die falschen Bakterien im Darm zu häufigem Heißhunger oder speziellen Gelüsten führen können? Dass Ängste oder Stress vielleicht verstärkt werden können?

Achten Sie also gut auf Ihren Darm. Füttern Sie ihn mit vielen wertvollen Ballaststoffen aus verschiedenen Quellen. Dazu eignen sich zum Beispiel Flohsamen, Leinsamen, Haferflocken, Topinambur, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Äpfel mit Schale.

Ein gutes Probiotikum wie nupure probaflor kann den Darm außerdem mit wichtigen und nützlichen Darmbakterien versorgen und damit Ihrem ganzen Körper etwas Gutes tun. Klicken Sie hier, wenn Sie Ihren Vorrat auffrischen wollen, oder wenn Sie die Vorteile von probaflor zum ersten Mal erleben möchten.

Die volle Bedeutung eines gesunden Darmmikrobioms ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Heute wird mehr denn je geforscht und immer wieder kommt es zu spannenden Erkenntnissen der Wissenschaft. Wir dürfen gespannt bleiben!


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