Ihre sieben Tipps für eine gesunde Vagina

Ihre sieben Tipps für eine gesunde Vagina

Die vaginale Gesundheit ist so eine Sache. Obwohl Frauen heute wesentlich freier und liberaler mit Sex und Zyklus umgehen, ist die Frage nach Infekten für viele doch noch sehr sensibel. Wenn, dann spricht Frau darüber nur mit der Freundin oder dem Partner. Klar, es ist ja auch unangenehm, wenn’s im Süden müffelt.
 
Die Werbung für Produkte gegen Vaginalpilz ist auch heute noch peinlich, trotz allem gegenteiligen Bemühen. Man hört die Absicht und lacht. Im besten Fall.
 
Dabei: etwa drei viertel aller Frauen bekommen es im Laufe ihres Lebens mit Pilzbefall, und etwa zwanzig Prozent mit bakteriellen Infekten zu tun. Da die vaginale Gesundheit auch immer verbunden ist mit einer gesunden Schleimhaut, begleitet uns das Thema im Grunde genommen ein Leben lang.
 
Wie sieht’s aus im Lebenslauf?
 
Kommt ein Kind, in dem Fall ein Mädchen, durch eine spontane Geburt zur Welt, übernimmt sie im Grunde über die Haut das vaginale und zum Teil auch das Darm Mikrobiom der Mutter. In Mitwirkung der mütterlichen Östrogene haben neugeborene Mädchen in diesem Sinne schon eine – wenn auch geringfügige - vaginale Besiedelung mit Laktobazillen. Dies ändert sich aber und bis zur ersten Menstruation hin ist der pH-Wert der Vagina alkalisch. Im Laufe der Jugend entwickelt sich eine Mischkultur aus Haut- und Darmkeimen, die aber in dieser Phase kaum zu Infektionen führt. Dies gilt auch für die Zeit nach der Menopause, jedoch kann Frau hier schon mal empfindlicher für bakterielle Infekte und Pilzbefall sein, denn mangels Östrogen wird die Schleimhaut dünner und empfindlicher und die Anzahl der Milchsäurebakterien nimmt ab. 
 
Vaginalpflege ist Schleimhautpflege
 
Zurück zur Pubertät:  Unter hormonellem Einfluss ändert sich die Besiedelung. Die Vagina einer gesunden Frau ist mit einer hohen Zahl von Laktobazillen bestückt. Die Anzahl der Milchsäurebakterien wird vorwiegend über das Östrogen gesteuert und ist damit auch abhängig vom Monatszyklus. Während der Regelblutung und kurz danach ist die Anzahl der Laktobazillen geringer und steigt dann mit zunehmender Östrogenkonzentration wieder an. 
Der Entdecker der vaginalen Milchsäurebakterien war übrigens Albert Döderlein, ein deutscher Gynäkologe der von 1860 bis 1941 lebte. Er gab den Bakterien bis heute seinen Namen: Döderlein Bakterien, die auch in einigen Produkten so benannt sind.
 
Inzwischen sind über 170 Arten Bakterien identifiziert, die sich in der Vagina ansiedeln, sie produzieren Milchsäure und unterstützen damit das saure, schützende Milieu der Vagina. Sie halten schädliche Mikroorganismen durch die Bildung von Wasserstoffperoxid in Schach.
 
Individuell ausgestattet
 
Die Flora ist sehr unterschiedlich von Frau zu Frau und zudem wechselt sie auch im Rhythmus. Sie ist aber grundsätzlich dominiert von Milchsäurebakterien, zumindest von der Menarche bis zur Postmenopause. 
 
Ein komplexes System…
 
Eine gesunde Vagina ist also abhängig von einem komplexen Zusammenspiel aus hormoneller Lage, pH-Wert und den dort ansässigen Milchsäurebakterien. Ist die Schleimhaut intakt, so bildet sie eine Schutzbarriere zum Beispiel gegen pathogene Keime und Pilze.  
Im Becken der Frau liegen drei Körperöffnungen dicht beieinander: Anus, Vagina und Harnröhre. Überall haben wir es mit dem Mikrobiom zu tun und eine starke Flora schützt das gesamte Urogenitalsystem. 
 
Werden Harnröhrenentzündungen, Blasenentzündungen und vaginale Infekte jeweils mit Antibiotika behandelt, kann dies auf den jeweils angrenzenden Bereich natürlich Auswirkungen haben. Oftmals entsteht hier ein unseliger Kreislauf von bakterieller Entzündung und Pilzbefall und Frauen haben dann ein chronisches Problem. Mal ist es dann die Harnröhre, mal die Vagina – insgesamt aber allemal eine Dauerbelastung.
 
Folgende Faktoren können das vaginale Gleichgewicht stören:
 
o   Antibiotika-Gabe
o   Falsche Ernährung
o   Stress
o   Häufig wechselnde oder neue Partnerschaft
o   Übertriebene Hygiene
o   Synthetische Wäsche
 
 
Wie Sie tun können:
 
o   Darmgesundheit:
Im Grunde profitieren Patientinnen, die häufiger an vaginalen Infekten, Pilzbefall und Blasenentzündungen leiden, immer auch von einer Darmsanierung. Dies ist oft die Grundlage für eine dauerhafte Bewältigung des Problems.
 
o   Unterstützung der vaginalen Flora:
Darüber hinaus gibt es inzwischen spezielle Probiotika für die gezielte Unterstützung der vaginalen Flora. Lacto intim von Nupure ist ein solches Produkt. Es ist zusammengesetzt aus den Bakterienstämmen L. acidophilus, L. rhamnosus und Biotin, das die Gesunderhaltung der Schleimhäute fördert.
 
o   Ernährung:
Im Grunde haben wir hier die üblichen Verdächtigen: viel Gemüse, vollwertig, mit wenig tierischem Eiweiß, regional und saisonal, wenig Zucker und Genussmittel, dafür ausreichend pflanzliche Öle. 
 
o   Rauchen:
Nikotin als Gift lagert sich an den Schleimhäuten ab. Auch an den vaginalen Schleimhäuten. Zudem beeinflusst Nikotin das Immunsystem negativ. Eine Raucherin, die chronisch mit Vaginalinfekten und Pilzen zu kämpfen hat, sollte ernsthaft erwägen, das Rauchen aufzugeben.
 
o   Stress:
Untersuchungen haben ergeben, dass psycho-sozialer Stress ein Risikofaktor für eine batkerielle Vaginose darstellt. 
 
o   Partnerschaft:
Es scheint so zu sein, dass häufiger Partnerwechsel das Immunsystem der Vagina schwächt. Verstehen Sie das bitte nicht moralisch, eine solche Bewertung ist ja sowieso fehl am Platz. Sehen wir es einfach so: die Systeme von Mann und Frau müssen sich oft erst aneinander gewöhnen und aufeinander einschwingen. Es sind immerhin zwei Mikrobiome, die sich vermischen. Präferiert eine Frau wechselnde Sexualpartner, kann sie sich daran erfreuen und das in die eigene Gesundheitsfürsorge integrieren.
 
o   Hygiene und Wäsche:
Normale Duschgels können den pH-Wert der Vagina angreifen. Von daher ist es anzuraten, den weiblichen Süden entweder nur mit Wasser zu pflegen oder auf spezielle, pH-neutrale Pflegemittel zurückzugreifen.
Baumwollwäsche ist synthetischer Unterwäsche deutlich vorzuziehen. Synthetik begünstigt eine feucht-warme Umgebung, die eher einen Nährboden für Bakterien und Pilze bietet.
 
Ein stabiles Vaginalmikrobiom ist für die Frauengesundheit unerlässlich. Es sorgt für ein gut aufgestelltes Immunsystem, und schützt bis zu einem bestimmten Grad vor Erkrankungen wie bakterieller Vaginose oder Pilzbefall.